Neulich im Gemeinderat

In der Gemeinderatssitzung vom 20. Mai 2021 richteten sich Mitglieder des Gemeindevorstandes an die anwesenden Bürgerinnen und Bürger. Sie sagten, dass im Gemeindevorstand „viel diskutiert und philosophiert“ werde und die Entscheidungsfindung oft alles andere als einfach sei. Das ist eine gute Geste. Aber für zeitgemäße Informationspolitik braucht es mehr.

Der Gemeindevorstand ist ein Organ der Marktgemeinde Wattens und hat sieben Mitglieder. Weitere Gemeindeorgane sind der Bürgermeister und der neunzehnköpfige Gemeinderat. Alles, was der Gemeinderat beschließt, wird vom Gemeindevorstand (in manchen Fällen auch von Ausschüssen) vorberaten und von diesem als Antrag in die Gemeinderatssitzung eingebracht. So sieht es der Paragraph 31 der Tiroler Gemeindeordnung vor. Dort steht auch, dass die Besprechungen des Gemeindevorstandes und der Ausschüsse unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden müssen (§ 48 Abs. 5). Öffentlich sind nur die Sitzungen des Gemeinderates – alle interessierten Bürger/innen können daran teilnehmen (die nächste ist am 8. Juli um 18 Uhr im Mehrzweckgebäude Oberdorf).

Nun ergibt sich in Wattens mitunter folgendes Bild: Der Gemeindevorstand bringt in eine Sitzung des Gemeinderates einen Antrag ein. Dieser nickt den Antrag in der Regel ab. Wesentliche Diskussionen beobachtet man selten.

Wenn nun im Gemeindevorstand viel diskutiert und philosophiert wird (vermutlich auch in den einzelnen Fraktionen), in der Gemeinderatssitzung aber nicht, hat die Bevölkerung so gut wie keine Möglichkeit, die Gründe einer politischen Entscheidung nachvollziehen zu können.

Diskussion nicht um jeden Preis

Es kann und soll nicht Ziel sein, jeden noch so kleinen Antrag des Gemeindevorstandes breit und ausführlich zu beleuchten. Aber selbst wenn es um weitreichende, zuweilen millionenschwere Entscheidungen geht, lässt die Diskussionskultur des Wattener Gemeinderates zu wünschen übrig.

Eine solche Praxis ist niemandem persönlich anzulasten. Vielleicht ist sie das Ergebnis der jahrzehntelangen Dominanz einer einzelnen Partei im ganzen Land, vielleicht ein Zeichen für mangelndes politisches Bewusstsein in der Gesellschaft.

Können sich Verhaltensweisen verändern? Können wir eine Sache so öffnen, dass die Politik der Bevölkerung mehr Mitsprache einräumt, die Bevölkerung diese Verantwortung auch wahrnimmt und alle Seiten Entscheidungen bewusster begehen?

Wahlkampf in Wattens

Im Wattener Wahlkampf wird das so oder so ähnlich regelmäßig angekündigt. Wahlprogramm 2016 der Liste „Für Wattens – ÖVP“: „Die Sprechblase in unserem Logo steht für Mitsprache und Austausch. Wir fördern die Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern, in unserem Team und im Gemeinderat.“

Einige Jahre mehr auf dem Buckel hat das Versprechen der Liste „Gemeinsam für Wattens – SPÖ“ aus dem Jahr 2004: „Es darf nicht passieren, dass Betroffene erst aus der Presse erfahren, was in ihrem Ort geschieht. Die Bevölkerung muss die Chance haben, ihren Lebensraum mitgestalten zu können.“

Wissen teilen statt bunkern – ein Hoffnungsschimmer

Gestalten, ausbilden, sich etwas vorstellen – in seiner Definition gibt das kleine Wörtchen „Information“ ganz schön viel her. Vorstellen kann man sich in Wattens mit der gebotenen Information oft wenig. Gute Politik könnte so aussehen, dass man die Bevölkerung proaktiv, sachlich, umfassend und übersichtlich informiert. Und dass sich Bürgerinnen und Bürger solche Auskünfte nicht erst mühsam selbst erarbeiten müssen.

Es ist heute möglich, Gemeinderatssitzungen zu streamen, Konzepte in einem gut gemachten Gesprächsrahmen zu diskutieren oder das Gemeindebudget verständlich darzustellen. Immerhin: Die Gemeinde hat vor kurzem ihre Finanzdaten der Jahre 2001 bis 2020 auf der interaktiven Seite www.offenerhaushalt.at veröffentlicht. Und in der Gemeinderatssitzung vom 20. Mai wurde für den Neubau der Volksschule am Kirchplatz ein Partizipationsprozess beschlossen.

Ausweg Gemeindezeitung?

Was die Sitzungen des Gemeindevorstands angeht: Zwar steht in der Tiroler Gemeindeordnung ausdrücklich, dass sie unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden müssen. Dort steht aber nicht, dass es dem Gemeindevorstand verboten ist, die Öffentlichkeit zu informieren.

Wenn das schon nicht passiert, gibt es immer noch den Gemeinderat, der Anträge hinterfragen, Auskünfte einfordern und wichtige Informationen öffentlich bereitstellen kann. Zum Beispiel in Form einer gemeindeeigenen Zeitung, die sachlich und ausgewogen ist. Derartiges fehlt in Wattens.

Die Kunst der Informationsbeschaffung

Und so ist die Bevölkerung in ihrer Informationsbeschaffung hauptsächlich von einer Regionalzeitung und von der Gerüchteküche abhängig. Gewiss, Informationslöcher können auch über persönliches Nachfragen bei Mitgliedern des Gemeinderates gestopft werden. Das ist aber nur bedingt erfolgreich, denn eine zufriedenstellende Antwort bekommt man nicht immer. In Ermangelung einer guten Quelle greifen manche auf die Online-Plattform Bürgermeldungen zurück. Die ist aber eigentlich für das Melden von Schäden im öffentlichen Raum da, nicht für politische Diskussionen, wie es eingangs unter „Herzlich willkommen“ heißt. Entsprechende Anliegen seien an die politischen Entscheidungsträger zu richten (und das Spiel beginnt von vorne). Zuletzt bietet sich ein Blick in die Protokolle der Sitzungen des Gemeinderats an, zu finden auf der Website der Gemeinde. Das letzte veröffentlichte Protokoll stammt von Ende November 2020.

Alexander Erler, Ulli Mariacher, Bianca Klausner, Lydia Steiner, Reinhard Egger, Linda Kutter, Lukas Öfner

Das große Sportplatz-ABC

Das Sportplatzprojekt ist ziemlich vielschichtig. Um ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, haben wir einen Fragenkatalog zusammengestellt und Antworten recherchiert. Dort wo nur drei Punkte stehen, fehlen uns noch verlässliche Angaben und Auskünfte. Wir laden dich ein, das ABC gemeinsam mit uns weiterzuschreiben. Bitte weise uns auch auf fehlerhafte bzw. unvollständige Stellen hin. Du erreichst uns per Mail an austausch@wattenswandeln.at. Bitte hinterlege deine Angaben mit Quellen.

Stand: 15. Juli 2021

Hinweis: Die aktuelle R19 kann hier heruntergeladen werden. Für frühere Ausgaben schick uns bitte eine Mail. Für manche Online-Artikel der Tiroler Tageszeitung (TT) musst du dich dort registrieren.

Wie alles begann

Wir schreiben das Jahr 2018. Der Sportplatz ist in die Jahre gekommen. Der WSG Wattens schwebt ein großer Umbau vor, rückt doch der Aufstieg in die Bundesliga in greifbare Nähe. Weil der Bürgermeister die Gemeinde in Finanzierungsnöten sieht und die WSG ein „sehr gutes Angebot“ vorgelegt hat, beschließt der Gemeinderat im Juni 2019 einstimmig, das Areal über zehn Jahre an die WSG zu verpachten. Im Mai 2020 beginnen die Umbauarbeiten mit der Rodung des Areals. Kaum sind diese Tatsachen geschaffen, wird Kritik laut: Über das Großprojekt Sportplatzumbau sei die Öffentlichkeit von der Gemeindeführung zu wenig informiert und eingebunden worden. Die Kritik hält seitdem an.

Updates

15. Juli 2021
Die Gemeinde hat die schriftliche Anfrage von Gemeinderat Lukas Schmied fristgerecht mit 1. Juli beantwortet (siehe „Gemeinderat“).

25. Mai 2021
In der Gemeinderatssitzung vom 20. Mai 2021 stellte Gemeinderat Lukas Schmied eine schriftliche Anfrage zum geplanten, bundesligatauglichen Ausbau des Gernot-Langes-Stadions (siehe „Gemeinderat“).

Themenübersicht

Bäume — Behindertensport — Bundesliga — Einschränkungen — Geld — Gemeinderat — Gemeinwohl — Gesamtkonzept — Leichtathletik — Multifunktionsanlage — Parkplätze — R19 — Transparenz — Unterschriften — Verkehrskonzept — Vision Wattens

Bäume

Warum mussten die achtzehn großen Bäume gefällt werden?

Laut R19 vom Juni 2020 mussten „aus raumplanerischen Gründen einige Bäume gefällt werden, um mit dem eingeschränkten Platzverhältnissen auszukommen.“ Das Wort „einige“ ist hier nicht ganz richtig. Es waren „alle“ Bäume.

Weil die Baumfällung im Mai, mitten in der Vogelbrutzeit, erfolgte, stand ein mögliches Strafverfahren im Raum. Was kam heraus?

Das Umweltamt der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck Land hat uns die Auskunft gegeben, dass zurzeit ein Verfahren läuft.

Werden die Bäume ersetzt?

R19 vom Juni 2020: „Die Grünflächen und die Bepflanzung werden wieder hergestellt. Die Marktgemeinde Wattens ist sicher ein Vorbild in Tirol in Sachen neu geschaffener Grünflächen. Auch die neue regionale Sportanlage wird dem in nichts nachstehen und eine ,grüne‘ Sportstätte werden.“ Jüngsten Informationen zufolge soll unter anderem eine Handvoll Bäume gesetzt werden. Ob die Nachpflanzungen den ökologischen Wert des alten Bestandes erreichen, ist fraglich.

Falls die Überdachung der Osttribüne kommt, werden dann auch die Bäume in der Sebastian-Schrott-Straße östlich des Stadions (gegenüber der Hochhäuser) gefällt?

Behindertensport

Regelmäßig betont die Gemeindeführung, besonders viel Augenmerk auf den Behindertensport gelegt zu haben. Inwieweit wurde die Sportgemeinschaft in die Planungen eingebunden?

Die Sportgemeinschaft Wattens (SG) ist ein ehrenamtlicher Verein, nicht zu verwechseln mit der WSG (Werksportgemeinschaft Wattens). Über viele Jahre hat die SG am Wattener Sportplatz nicht nur Behindertensport, sondern Inklusionsarbeit durch gemeinsamen Sport von behinderten und nicht-behinderten Menschen betrieben. In der R19 vom Feber 2019 kündigte der Bürgermeister an, dass „gemeinsam mit allen Beteiligten“ ein Gesamtkonzept erarbeitet werde. Im August 2019 startete die SG eine Petition für den Erhalt der alten Leichtathletik-Anlage – was nicht gerade auf eine harmonische Zusammenarbeit schließen lässt.

Bundesliga

Welche Kriterien muss ein Fußballstadion für die Bundesliga erfüllen?

Die Stadionbestimmungen der Österreichischen Bundesliga sind in drei Stufen unterteilt: A-Kriterien sind zwingend vorgeschrieben, um überhaupt eine Spiellizenz zu bekommen. Zu ihnen zählen ein geschützter Bereich für die Mannschaftsbusse und eine Flutlichtanlage. B-Kriterien sind fordernd: Bei (auch nur temporärer) Nicht-Erfüllung wird eine Verwarnung bzw. Geldstrafe verhängt. Ein B-Kriterium ist beispielsweise die Anbringung eines Großbildschirms. C-Kriterien sind Empfehlungen, zu ihnen zählt etwa ein Verkehrsleitsystem, das zusammen mit der örtlichen Behörde erarbeitet werden solle.

Einschränkungen

In der Vergangenheit hatten Anrainer/innen aufgrund der Absperrungen teilweise Probleme, um zu ihren Wohnungen bzw. zu den umliegenden Freizeiteinrichtungen zu gelangen (Schwimmbad, Funpark, Spielplatz, …). Welche Lösung ist geplant?

Nachdem in der Vergangenheit verhaltensauffällige Fans schon mehrmals Probleme verursacht haben (Raufereien, Sachbeschädigungen, Urinieren, Müll): Wer haftet für sich daraus ergebende Personen- und Sachschäden?

Wenn ein Bundesligaspiel in Wattens stattfindet, bleibt der Eislaufplatz bzw. das Alpenbad dann geöffnet?

Welche Lösung gibt es für die durch das leistungsstärkere Flutlicht beeinträchtigten Anrainer/innen?

Aufgrund der Helligkeit und der Blendwirkung des neuen Flutlichts gab es im Frühjahr 2021 rund um das Stadion massive Beschwerden, was auch die Bezirkshauptmannschaft Innsbruck Land bestätigt. Erst nachdem Anrainer/innen einen Rechtsanwalt einschalteten, führte die WSG Messungen durch und erklärte sich danach bereit, die Scheinwerfer mit Blendschutzklappen nachzurüsten.

Wie stellt man sicher, dass die Grenzwerte für Licht- und Lärmemission nicht überschritten werden?

Wird die Gemeinde die Immissionsgrenzwerte sowohl als Verpächterin als auch als Baubehörde einfordern? Werden dazu im Vorfeld einer eventuellen Genehmigung entsprechende Gutachten eingeholt?

Wer kommt für die Wertminderung der angrenzenden Immobilien auf, die sich durch einen möglichen Stadionumbau ergibt?

Ein Teil der Anrainer/innen beauftragt dazu einen Sachverständigen.

Geld

Was kostet die Neugestaltung der Sportanlage und wer zahlt was?

Laut R19 vom Juli 2019 und September 2020 beläuft sich die erste Baustufe auf 3 Millionen Euro. Sie umfasst den Kunstrasenplatz und Rasenplatz, die Leichtathletikanlage, die Sanierung bestehender Kabinen, Werkstätte und Lagerräume. Die zweite Baustufe kommt auf 2,6 Millionen Euro und beinhaltet die Sanierung und den Neubau des Kabinentrakts mit vier Einheiten, einen Fitnessraum, einen Veranstaltungs- und Besprechungsraum, ein Bürogebäude und Archivräume. Für das Stadion – die Installierung einer Rasenheizung und die Überdachung der Osttribüne – würden weitere 2,5 bis 3 Millionen Euro anfallen, die Kosten werde die WSG selbst finanzieren. Für die ersten beiden Baustufen stellen Gemeinde und Land jeweils 2 Millionen Euro zur Verfügung. In das Sportgelände fließen insgesamt bis zu 6 Millionen Euro an öffentlichem Geld: Die genannten jeweils 2 Millionen Gemeinde und Land, zudem steuert die Gemeinde maximal zwei Millionen Euro als Abgangsdeckung bei, verteilt über eine Laufzeit von zehn Jahren.

Aus welchem Fördertopf kommen die 2 Millionen, die das Land Tirol zum Umbau der Sportanlage beisteuert?

Wir haben in der Landesverwaltung nachgefragt: Das Geld stammt weder aus der Infrastrukturförderung noch aus der Sportförderung. Wir warten zurzeit auf nähere Auskünfte.

Was ist dran an den 250.000 Euro Betriebskosten?

Die WSG bekommt von der Gemeinde eine Abgangsdeckung von maximal zwei Millionen Euro (aufgeteilt auf zehn Jahre, also 200.000 Euro pro Jahr). Die R19 berichtete dazu im April 2021 etwas ungenau: „Die jährlichen Betriebskosten der Sportanlage, wie schon in den vergangenen Jahren, kamen die Marktgemeinde Wattens auf stolze 250.000 Euro. Ab sofort wird dieser Betrag für die Marktgemeinde auf 200.000 jährlich reduziert und gedeckelt.“ Es entsteht der Eindruck, dass sich die Gemeinde pro Jahr bis zu 50.000 Euro spart. Aus den Rechnungsabschlüssen der Jahre 2010 bis 2019 ergibt sich aber folgendes Bild: Die durchschnittlichen Einnahmen lagen in diesen zehn Jahren bei 50.000 Euro, die durchschnittlichen Ausgaben bei 263.000 Euro. Der Abgang lag demnach bei durchschnittlich 213.000 Euro. In unseren Augen liegt die jährliche Einsparung für die Gemeinde also nicht bei 50.000, sondern bei 13.000 Euro.

Was passiert mit der Sportanlage, sollte die WSG nicht mehr in der Bundesliga spielen? Wer trägt dann die Erhaltungs- und Betriebskosten?

Gemeinderat

Wie stehen die Mitglieder des Gemeinderats zum Projekt?

Die Entscheidung, die Sportanlage über zehn Jahre an die WSG zu verpachten, fiel einstimmig (siehe oben, „Wie alles begann“). Für die Liste Gemeinsam für Wattens sei die Sanierung „längst überfällig“ gewesen. Die FPÖ hatte im Vorfeld der Entscheidung eingemahnt, dass der Behindertensport weiterhin Platz haben müsse. Zudem hatte Gemeindevorstand Erich Steiner (FPÖ) bemängelt, dass man über das Konzept „sehr kurzfristig“ informiert worden war. In der Gemeinderatssitzung vom 20. Mai 2021 stellte Gemeinderat Lukas Schmied, seit Jänner 2021 freier Gemeinderat, eine schriftliche Anfrage mit neun Fragen zum geplanten, bundesligatauglichen Ausbau des Gernot-Langes-Stadions:

1) Inwiefern beeinträchtigen Bundesligaspiele den Betrieb von Schwimmbad oder Eislaufplatz?
2) Welche Lösungen sieht das Verkehrskonzept für Zu- und Abfahrt sowie Parken vor und mit welchen Einschränkungen haben die Anrainer*innen bei normalem Spielbetrieb zu rechnen?
3) Welche Sicherheitsrisiken kommen auf die Anrainer*innen im unmittelbaren und mittelbaren Umfeld des Stadions zu?
4) Wie verändert sich die Lichtleistung der Flutlichtanlage und was wird getan, um die Licht- und Lärmbelastung der Anrainer*innen so gering wie möglich zu halten?
5) Wer trägt die langfristigen Folgekosten für den etwaigen Rückbau oder die Sanierung der Rasenheizung?
6) Wie wirkt sich ein bundesligataugliches Stadion auf den Trainings- und Spielbetrieb des WSG-Nachwuchses inkl. zweiter und dritter Kampfmannschaft aus?
7) Welche Folgen hat die angesuchte Änderung der Baufluchtlinie für zukünftige, ähnlich gelagerte Bauprojekte?
8) Inwiefern schränkt der Umbau die öffentliche Nutzung des Stadions ein (beispielsweise für Sportveranstaltungen, Konzerte o.ä.)?
9) Wie steht das Land Tirol – in Person von Sportlandesrat und Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler sowie in Person von Landeshauptmann Günther Platter – zu einem zweiten bundesligatauglichen Stadion im Tiroler Zentralraum?

Die Gemeinde hat die Anfrage fristgerecht zum 1. Juli schriftlich beantwortet.

Gemeinwohl

Welchen öffentlichen Mehrwert hat der Umbau?

„Da entsteht viel Wertvolles für das Gemeinwohl“, sagte der Bürgermeister in der TT vom 22. Mai 2020. Gerne verweisen Gemeindeführung und R19 in diesem Zusammenhang auf die 200 Kinder in der WSG. Die WSG betreibt ohne Zweifel wertvolle Nachwuchsarbeit. Allerdings darf dabei nicht vergessen werden, dass der Verein hauptsächlich auf Leistungssport setzt und unter den Nachwuchsmannschaften „leistungsorientierte Selektion“ verfolgt (Schreiben der WSG vom Mai 2018). Abgesehen davon können Hobbymannschaften und Einzelpersonen die Anlage weiterhin nutzen, ab und an tauchen allerdings Probleme auf – noch wartet man auf klare Öffnungszeiten. Auch der Behinderten- und Schulsport sei weiterhin möglich, nähere Angaben kennen wir nicht.

Gibt es ein Nutzungskonzept des Stadions für die Bevölkerung abseits von Bundesligaspielen?

Gesamtkonzept

Wie sieht das angekündigte Gesamtkonzept im Detail aus?

In der Sitzung vom 28. Juni 2018 beschloss der Gemeinderat ein Gestaltungskonzept für das Sportareal. Die Kosten beliefen sich auf 28.000 Euro, wovon die WSG die Hälfte übernahm. Der Bürgermeister in der R19 vom Feber 2019: „Wie bei allen anderen Entwicklungsprojekten war es uns auch bei der Sportanlage wichtig, gemeinsam mit allen Beteiligten ein Gesamtkonzept zu erarbeiten. Anhand dessen werden wir nun versuchen, eine für alle tragbare Vorgehensweise zu definieren.“ Denn die Nutzungen seien vielfältig – „Fußball, Eishockey, Beachvolleyball, Judo, Behindertensport, die Skater und mehr“ – und ebenso die Wünsche. In fußballerischer Hinsicht mag man meinen, dass der bundesligataugliche Umbau des Stadions zentraler Bestandteil des Gesamtkonzepts war, zumal die WSG selbst die Neugestaltung des Sportgeländes ins Spiel brachte und der Aufstieg in die Bundesliga in Reichweite war. Das scheint aber nicht der Fall gewesen zu sein: Mitte 2019 stellte der Bürgermeister klar, dass die „Stadionfrage derzeit kein Thema sei“. Was steht dann drinnen im Gesamtkonzept? Im März 2021 die große Überraschung: Auf mündliche Nachfrage bei drei Mitgliedern des Gemeinderats war zu erfahren, dass es gar kein Gesamtkonzept gebe.

Was spricht dagegen, den Pachtvertrag mit der WSG offen zu legen?

Der Pachtvertrag würde Aufschluss über das „sehr gute Angebot“ geben, das die WSG der Gemeinde unterbreitet hat.

Welche Rolle spielte der Tiroler Sportstättenstrategieplan bei der Neugestaltung der Sportanlage?

Der Plan dient als Leitbild für die Entwicklung der Sportinfrastruktur in Tirol. Ziel ist „die Sicherstellung eines am lokalen Sportbedarf orientierten Angebotes an Bewegungsräumen für Menschen aller Altersgruppen mit ihren jeweiligen sportlichen Interessen und Ansprüchen“. Damit solle „ein optimales Nebeneinander und Ineinandergreifen von Spitzensport, Freizeit- und Gesundheitssport“ erreicht werden. Demographische und soziologische Veränderungen brächten mit sich, dass etwa der Bedarf nach Sportgelegenheiten für nicht-organisierten Individualsport steige.

Leichtathletik

Welche Rolle spielte die Errichtung einer neuen Leichtathletik-Anlage für den Nachweis der Multifunktionalität?

Mit der Infrastrukturförderung des Landes Tirol soll „die Finanzierung der Errichtung und Verbesserung von multifunktionalen, örtlichen und regionalen Sportinfrastrukturanlagen erleichtert, der Breitensport und die regionale Freizeitwirtschaft gefördert und die Lebensqualität der einheimischen Bevölkerung verbessert werden“. Die „Multifunktionalität“ einer Sportanlage ist Voraussetzung, um an öffentliche Gelder zu gelangen. Mitte 2019 kündigte die WSG an, „alle Fördermöglichkeiten von Land und Bundesliga“ ausschöpfen zu wollen. Mitte 2020 war zu lesen, die WSG habe sich „bereit erklärt, die Leichtathletik-Anlage topmodern wiederzuerrichten“.

War die Tartanbahn wirklich kaputt, wie in den Medien mehrmals behauptet wurde?

Die R19 vom Juni 2019 sagt ja, die Sportgemeinschaft Wattens nein. Letzterer zufolge hatte die 400-Meter-Laufbahn zwei Löcher, die aber fachmännisch repariert worden waren. Sie sei zudem besser in Schuss gewesen als die Bahn im Leistungszentrum Südstadt, wo immerhin die österreichischen Topathlet/innen ihr Kadertraining absolvieren. Laut R19 vom Mai 2020 sei die Tartanbahn zudem „nicht mehr zeitgerecht“ gewesen. Durch die fehlende 400-Meter-Laufbahn verliert die Leichtathletikanlage ihre Wettkampftauglichkeit und damit ihre überregionale Bedeutung.

Multifunktionsanlage

Als Ersatzfläche für den Breitensport möchte die Gemeinde eine Multifunktionsanlage errichten. Warum wurde deren Errichtung nicht vor Beginn des Sportplatzumbaus angegangen, um der Bevölkerung eine Ausweichfläche anzubieten?

Seit 2018 hat die Gemeinde Mittel für die Ausweichsfläche im Budget – und seitdem arbeitet sie laut Bürgermeister „intensiv an der Standortfrage“. Laut TT vom 17. Mai 2021 ist die Multifunktionsanlage (in anderen Quellen auch „Bolzplatz“ oder „Ballsportanlage“ genannt) am Eislaufareal geplant – vermutlich als temporäre Anlage in den warmen Monaten. Falls es so kommt, stellt sich die Frage, wie sich Eislauf und Ballspiel in der Übergangszeit unter einen Hut bringen lassen und welchen Mehrwert diese Lösung im Vergleich zur alten Sportanlage hat.

Wenn der Breitensport am Sportareal „wie bisher“ gesichert sein soll, wozu ist die Suche nach einem Standort für die Multifunktionsanlage dann überhaupt nötig?

In der R19 vom Juni 2019 wurde berichtet, dass „die sportbegeisterte Bevölkerung sowie der Breitensport von Wattens in Zukunft wie bisher im Sportareal gesichert sein“ soll. Wieviel Platz die Öffentlichkeit neben dem Trainingsbetrieb der WSG (mit immerhin 200 Kindern und 150 Erwachsenen) haben wird, konnten wir bislang nicht in Erfahrung bringen.

Parkplätze

Wo werden die gemäß Stellplatzverordnung der Marktgemeinde Wattens vorgeschriebenen 450 Parkplätze untergebracht?

Die Stadionbestimmungen der Österreichischen Bundesliga geben hier lediglich eine Empfehlung ab (Punkt 10.2): Alle Parkplätze mögen „aus festem Material wie Beton bestehen und gegen unbefugtes Eindringen geschützt werden“. Außerdem sollen sie nicht weiter als 1.500 Meter vom Stadion entfernt sein. Die Stellplatzverordnung der Gemeinde schreibt 1 Parkplatz pro 10 Gäste vor, die in einem Umkreis von 300 Metern liegen müssen. Laut TT vom 17. Mai 2021 soll ein Feld hinter dem Funpark für temporäre Parkmöglichkeiten angemietet werden. Mehr…

Wo parken die Medienvertreter/innen, die Gäste- und Shuttlebusse?

Die Bundesliga schreibt in ihren Stadionbestimmungen (Punkt 10.3) insgesamt sechs Parkplätze für den Gästeklub, Schiedsrichter und Schiedsrichterbeobachter sowie den Spielbeobachter vor. Sie sollen vorzugsweise auf dem Stadiongelände und nicht öffentlich zugänglich sein. Für VIPs (10.4) und Medienvertreter/innen (10.5) wird ein eigener Parkplatz nicht zwingend vorgeschrieben, sondern empfohlen. Für die Fans der Gästemannschaft braucht es von den Heimfans abgetrennte Busparkplätze, die möglichst nahe am Gästefansektor liegen müssen (10.9).

R19

Warum entsteht der Eindruck, dass die R19 einseitig berichtet?

Der Herausgeber der R19 und der Geschäftsführer der Infrastruktur GmbH der WSG sind ein und dieselbe Person.

Transparenz

Warum wurden die Anrainer/innen und die Bevölkerung nicht umfassender über das Projekt informiert?

In der TT vom 7. Juni 2020 kritisierte die Initiative wattenswandeln öffentlich die mangelnde Information und Einbindung der Bevölkerung. Die Vorwürfe wiesen „alle Gemeinderatsfraktionen klar zurück.“ „Bei Infoveranstaltungen lagen die Pläne am Tisch“, sagte der Bürgermeister (wobei wir bis heute nicht wissen, welche Infoveranstaltungen er damit meinte) und fügte hinzu: „Wer nichts über das Projekt weiß, hat sich der Information entzogen.“ (Eigentlich wussten wir recht viel, nachdem wir sämtliche öffentlich auffindbaren Quellen mühevoll zusammengetragen hatten). Noch im November 2020 meinte er in der R19, „dass eine Interessengruppe mit ihren Äußerungen sehr viel Schaden angerichtet hat.“ In der TT vom 17. Mai 2021 kritisierten Anrainer/innen abermals die „mangelnde Transparenz“. Diesmal betonte der Bürgermeister, „die Bedenken ,absolut ernst‘ zu nehmen.“ Zuvor sagte der Geschäftsführer der Infrastruktur GmbH der WSG in der TT vom 4. April 2021: „Wenn wir von der Gemeinde dazu eingeladen werden, stehen wir den Anrainern gerne Rede und Antwort. Wir haben nichts zu verheimlichen.“ Warum es dazu erst die Einladung der Gemeinde braucht, wissen wir nicht. Der Bürgermeister merkte an: „Die WSG arbeitet sehr ehrlich und transparent.“ Die Im selben Artikel wurden angekündigt: ein Tag der Offenen Tür am Sportplatz für Mitte Mai (noch ausständig) sowie ein Postwurf an alle Wattener Haushalte (noch ausständig).

Unterschriften

Wo kommen die 1400 Unterschriften her?

Die R19 gab im Anfang April 2021 bekannt: „Immerhin 1400 Wattnerinnen und Wattner waren mit ihrer Unterschrift für das Projekt.“ Die Zahl darf zumindest in Zweifel gezogen werden. Die Online-Petition bekam 590 Stimmen, darunter aber nur 159 aus Wattens. Daneben gab es eine analoge Unterschriftenaktion und eine Umfrage per WhatsApp. Weder R19 noch WSG haben bislang klar machen können, aus welchen Gemeinden und Altersgruppen die Stimmen kamen und ob Mehrfachnennungen ausgeschlossen wurden. Mehr…

Verkehrskonzept

Wie sieht das Verkehrskonzept aus?

Die Autos der Gäste sollen per Einbahnregelung über den Feldweg nach Volders abgeleitet werden. Wieviel Verkehr dann über die Bundesstraße und Bahnhofstraße zurück ins Dorf fließen wird, um zur Autobahn zu kommen, wird vermutlich noch geklärt. „Die WSG habe ein renommiertes technisches Büro beauftragt, das derzeit dieses Konzept ausarbeite.“ Zusätzlich soll ein Shuttleservice eingerichtet werden. Mehr…

Vision Wattens

Inwiefern folgt das Sportplatzprojekt der Vision Wattens?

Der Bürgermeister im Jahr 2018: „Die Vision prägt alle bevorstehenden Projekte – von der Begegungszone bis zur Neukonzeptionierung des Sportareals.“ Der übergeordnete Strategieplan Vision Wattens ist „die Manifestation einer gemeinsamen Grundhaltung zur Gestaltung des Wattens der Zukunft.“ Dort ist von „aktivem Dialog mit den Bürgern die Rede“ (vgl. „Transparenz“) oder dass „neue Projekte einen sensiblen Umgang mit der Natur“ erfordern (vgl. „Bäume“). Die Gemeindeführung hat die Sportanlage bislang in keinen schlüssigen Zusammenhang mit der Vision Wattens gebracht.

Bild: www.tirol.gv.at/tiris

Von Parkplätzen und Unterschriften

Zum angekündigten Ausbau des Fußballstadions sind bislang nur wenige Details ans Licht gekommen. Wie die Verkehrssituation gelöst werden soll, bleibt ebenso ein Rätsel wie die Herkunft der 1400 Unterstützungserklärungen.

Wo kommen die Parkplätze her?

Wir halten alle Vorschriften ein, was Verkehr und Sicherheit betrifft“. Die Aussage des Geschäftsführers der Infrastruktur GmbH der WSG beruhigt nicht wirklich. Das Einhalten von Vorschriften bedeutet das Erfüllen von Mindeststandards. Bei einem Projekt solchen Ausmaßes sollte es nicht der Anspruch sein, die Auflagen zu erfüllen, um den Anforderungen gerade noch zu entsprechen.

Bei einer geplanten Stadionkapazität von 4500 Menschen schreibt die gültige Stellplatzverordnung der Marktgemeinde Wattens 450 Stellplätze vor (1 Stellplatz pro 10 Gäste). Diese sind in einem maximalen Umkreis von 300 Metern Fußweg anzuordnen. Innerhalb dieses Bereiches sind zwar schon jetzt Stellplätze vorhanden, aber bei weitem nicht in der erforderlichen Zahl.

Die Parkplätze beim Schwimmbad reichen gerade einmal für den Badebetrieb. Doch bei Vollbelegung (ca. 3500 Menschen) werden selbst umliegende Straßenzüge von den Badegästen zugeparkt. Die zeitliche Überschneidung von Fußballspielen und sommerlichen Badetagen ist ziemlich wahrscheinlich. Für das ausgebaute Stadion müssen also zusätzliche Stellplätze nachgewiesen werden. Auf die Anmietung eines Ackers wird sich diese Frage wohl eher nicht reduzieren lassen.

Nicht nur das Problem der fehlenden Parkplätze ist zu lösen. Ein Verkehrskonzept hat auch die Lenkung des fließenden Verkehrs und eine reibungslose An- und Abreise zu gewährleisten. Das mögliche Argument, dass die Heimspiele nur an wenigen Tagen im Jahr stattfinden, wäre seltsam kurzsichtig in einer ohnehin schon autobelasteten Gemeinde. Man kann nur hoffen, dass die Gemeindeführung so ehrlich und transparent ist, um das Verkehrskonzept offen zu legen und breit diskutieren zu lassen.

Reinhard Egger

Wo kommen die 1400 Unterschriften her?

In der April-Ausgabe der R19 ist zu lesen: „Immerhin 1400 Wattnerinnen und Wattner waren mit ihrer Unterschrift für das Projekt.“ Eine stolze Zahl. Zum Vergleich: Umgelegt auf alle Wahlberechtigten im Ort, wäre das ein gutes Viertel aller Stimmen. Aber stimmt diese Angabe überhaupt?

Auf Nachfrage bei R19 und WSG war zu erfahren, dass man das Stadionprojekt über drei Möglichkeiten unterstützen konnte: über eine Online-Petition, eine analoge Unterschriftensammlung und per WhatsApp. Die Online-Petition bekam 590 Stimmen, darunter aber nur 159 aus Wattens.

Dass sich über Tausend Wattnerinnen und Wattner für das Projekt ausgesprochen haben sollen, erscheint ziemlich hoch gegriffen. Eine schriftliche Anfrage an die WSG vom 4. Mai zum Zustandekommen der 1400 Unterschriften blieb bislang unbeantwortet. Der WSG jedenfalls müsste das eine Jubelmeldung wert gewesen sein. Auf der Webseite des Vereins findet sich dazu allerdings kein Beitrag. Es sind auch keine Details darüber zu erfahren, wie viele Stimmen aus welchen Altersgruppen und Gemeinden kamen.

Angesichts des heiklen Themas, der Dimension des Stadionprojekts und der drohenden Belastungen für die Nachbarschaften wäre mehr Transparenz gewiss kein Fehler. Mit einer Zahl zu operieren, die nicht wirklich nachvollzogen werden kann, damit tun sich weder R19 noch Gemeindeführung noch WSG einen Gefallen.

Alexander Erler

Anmerkung: Das ist kein Sportplatz-Blog. Aber weil das Projekt viele Fragen aufwirft und gute Einblicke in die politische Praxis in Wattens gewährt, ist hier wohl noch öfter darüber zu lesen.

Eine Utopie für Tirol

„Entwicklungen zu erkennen und neue Visionen zu entwickeln, war immer die Sache engagierter Bürger. Tirols Bild nach außen zeigt keine Anzeichen von Öffnung. Die Tiroler lieben ihre Interessengruppen im stillen Kämmerlein, das Verherrlichen von Klischees und das Ausgrenzen von Kritikern. Einem Thema auf den Grund zu gehen, es respektvoll zu diskutieren und nachhaltige Entscheidungen zu treffen – das ist eine Utopie, die ich mir zumindest als Vision wünsche. Im letzten Jahr ist die pathologische Selbstüberschätzung zu einem neuen Markenzeichen Tirols geworden und hat unsere Werbung ins Gegenteil gekippt. In Zukunft könnte sachliche Kritik als Liebesbeweis und nicht als Nestbeschmutzung gewertet werden. Die Direktheit des Tirolers ist doch potenziell geeignet für einen fairen und konstruktiven Diskurs.“

Architekt Peter Lorenz im Interview mit der Tiroler Tageszeitung (21. April 2021)

Es geht nicht nur ums Stadion

Wenn es einen Plan gibt, und alle diesen Plan kennen, haben alle eine Vorstellung davon, wohin die Reise geht. Einen Plan gibt es auch für das Wattener Sportgelände. Weil aber nur wenige darüber Bescheid wissen, herrscht derzeit dicke Luft. Es spießt sich am Stadion. Aber das Problem sitzt tiefer.

Die WSG Swarovski Tirol will ihre Heimspiele wieder in Wattens austragen und nicht im Innsbrucker Tivoli-Stadion. Am 19. Feber veröffentlicht sie eine Visualisierung. Sie zeigt die geplante Überdachung der Osttribüne. Darunter steht, dass „das bestehende Stadion schonend für alle minimal adaptiert“ wird.

Sechs Tage später startet der Verein eine Petition für den bundesligatauglichen Umbau des Gernot-Langes-Stadions in Wattens – wohl als Gegenpol zur negativen Stimmung, die dem Projekt schon länger entgegen schlägt, besonders in den Bürgermeldungen, wo es zu teils wütenden Kommentaren kommt.

Die Stadionfrage droht einen Keil zwischen WSG, Politik und Bevölkerung zu treiben. Wie konnte es so weit kommen?

Wo ist das Konzept geblieben?

Es ist schon merkwürdig: Für die Neugestaltung des Sportareals gibt es eigentlich ein Gesamtkonzept, das alle Fragen beantworten sollte. Der Gemeinderat hat es 2018 in Auftrag gegeben mit dem Ziel, „gemeinsam mit allen Beteiligten“ eine „für alle tragbare Vorgehensweise“ zu finden.

Doch das Gegenteil scheint eingetreten zu sein: Eine Petition setzte sich für den Erhalt der alten Leichtathletik-Anlage ein – die neue verfehlte offenbar das Ziel. Ende Dezember 2020 entdeckten Anrainer auf der Osttribüne ein Holzgebilde, das eine Dachkonstruktion andeutete. Erst auf Nachfrage war zu erfahren, dass der Stadionumbau – von Gemeindeseite bislang „kein Thema“ – nun doch im Gespräch sei. Auch von einer Multifunktionssportanlage war die Rede: Als Ersatzfläche für den Breitensport gedacht, stehen dafür seit bald drei Jahren Mittel bereit, der Standort konnte allerdings bis heute nicht geklärt werden.

Für Außenstehende ist es schwer, darin ein Gesamtkonzept zu erkennen. Warum haben es die Zuständigen nicht transparent gemacht? Viele Kommunikationsprobleme wären nie entstanden.

Menschen früher ernst nehmen

Vielen leuchtete ein, dass das Sportgelände im Falle eines Aufstiegs der WSG auf einen bundesligatauglichen Stand gebracht werden muss. Viele haben sich aber auch erwartet, dass man sie ordentlich aufklärt und informiert: Was kommt auf uns zu? Wie wird das Verkehrsproblem gelöst? Wer zahlt was? Die Verantwortlichen hätten solche Fragen und Bedenken vorausschauend angehen können. Stattdessen bekommt man den Eindruck, dass andere Sichtweisen lästig sind.

„Die zu erwartende Belastung für die direkten Anrainer des Stadions reduziert sich auf ein Minimum“, schreibt die WSG auf ihrer Facebook-Seite. Das ist die Sicht der WSG, und sie scheint auch durchaus bemüht zu sein. Was aber ist mit der Sicht der Anrainer? Bindet man sie bei einem so großen Vorhaben ausreichend ein? Und mit ihnen die vielen anderen, die es betrifft?

Das Sportgelände ist immer noch öffentlicher Grund, es dient immer noch dem Gemeinwohl. Die WSG bekommt viel Gemeindegeld, immerhin 400.000 Euro im Jahr. Auch das Gesamtkonzept, das 28.000 Euro gekostet hat, wurde zur Hälfte mit öffentlichen Mitteln bezahlt. Wenn so viel Öffentlichkeit im Spiel ist: Warum bindet man sie nicht stärker ein?

Es geht nicht darum, dass man es der WSG nicht vergönnt, ihre Spiele wieder im eigenen Ort, vor eigenem Publikum, in einem bundesligatauglichen Stadion auszutragen. Es geht darum, dass man sich als Bürgerin und Bürger in Wattens wenig ernst genommen fühlt. Wenn man laufend aus dem gemeinsamen Haus befördert wird, beginnt man eben irgendwann stärker an die Tür zu trommeln.

Nichts dem Zufall überlassen

2019 lässt Präsidentin Diana Langes-Swarovski in einem Interview durchblicken, dass es neben der Sanierung des Stadions auch „Pläne für neue Strukturen“ gebe. Anfang 2021 wird der Ton bestimmter: Trainer Thomas Silberberger sagt in einem R19-Interview, dass Heimspiele „definitiv“ wieder in Wattens ausgetragen werden sollen. Sollte das nicht möglich sein, sehe er „keine Chance für die WSG, sich zu entwickeln“.

Am 19. Feber dann der Beitrag auf der Webseite des Vereins. Er lässt vermuten, dass der Umbau bereits in trockenen Tüchern ist. Es braucht dazu wohl weder einen Gemeinderatsbeschluss noch eine Bauverhandlung, denn Sportanlagen sind von der Tiroler Bauordnung ausgenommen. Was der Bürgermeister also Ende 2020 mit: „Lassen wir es zu oder nicht?“ genau meinte, wissen wir nicht.

Zuletzt die Petition. Ein merkwürdiger Schritt: Warum eine Petition, noch dazu an die Gemeinde gerichtet, wenn es mit dem Gesamtkonzept doch eine gemeinsame Vorgehensweise gibt?

Macht das Gesamtkonzept öffentlich!

Es ist löblich, wenn es im Ort einen Fußballverein gibt, der ehrgeizige Pläne hat. Es ist legitim, wenn er alles dafür tut, um seine Ziele zu erreichen. Die Politik tut gut daran, ein solches Engagement zu unterstützen.

Politik hat aber auch die Aufgabe, in die Bevölkerung hineinzuhören, die verschiedenen Interessen abzuwägen und auszugleichen. Das Eine darf nicht gegen das Andere ausgespielt werden. Am Sportgelände haben viele Interesse: die WSG, ihre Fans, die Nachbarschaft, die anderen Vereine und NutzerInnen, die breite Öffentlichkeit. Jedes Interesse hat seine Berechtigung.

Für alle eine gute Lösung zu finden, ist keine leichte Aufgabe. Aber genau dafür sollte ein Gesamtkonzept schließlich da sein. Also, liebe Gemeindeführung: Legt das Gesamtkonzept offen! Informiert die Menschen! Gebt ihnen die Möglichkeit, Teil solch großer Entscheidungen zu werden, anstatt sie unterwegs zu verlieren!

Alexander Erler, Lydia Steiner, Linda Kutter, Ulli Mariacher, Bianca Klausner, Lukas Öfner

austausch@wattenswandeln.at

Bild: Wikipedia

Was uns immer noch bewegt

oder: Warum wir auch politisch ins 21. Jahrhundert kommen sollten

Im Mai 2020 haben wir wattenswandeln gegründet. Es war an der Zeit, Kritik an der aktuellen politischen Praxis zu üben. Am Beispiel des Sportplatzumbaus haben wir einen offenen Brief geschrieben. Bis heute sind die meisten GemeindevertreterInnen eher ausgewichen und davongelaufen, als auf unsere Anliegen zu reagieren.

Eine Politik des Ausweichens

Nach dem Brief und den Spruchbändern, die wir am Sportplatz aufgehängt hatten, bekamen wir Sätze zu hören wie: „Da gibt’s nichts zu reden“, „Das stimmt nicht“, „Sowas tut man nicht“ oder „Wem es nicht passt, der kann ja eine Liste gründen“. Das Gefühl hat sich breit gemacht, dass in der Wattener Gemeindestube kein Raum ist für die Fragen, Vorstellungen und Bedenken der Bürgerinnen und Bürger. Dass man vielmehr als Wissensgegner und Konkurrent gesehen wird.

Immer wieder betont die Gemeindeführung, wie wichtig ihr die aktive Einbindung der Bevölkerung sei. In der Praxis hat sie die Leute wiederholt vor Tatsachen gestellt, an denen nicht mehr zu rütteln ist. Geht es um große Entscheidungen und damit um oft große Ausgaben, bleiben andere Sichtweisen weitgehend auf der Strecke. Mit viel Energie werden erstarrte Strukturen aufrecht erhalten. Probleme entstehen dadurch wie von selbst.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Der Wunsch aus der Bevölkerung, bei wichtigen Fragen stärker eingebunden zu werden, bevor die gewählten VertreterInnen eine Entscheidung treffen, wird immer deutlicher. Der Wunsch ist bislang nicht in Erfüllung gegangen.

Steht in Wattens ein kommunales Vorhaben an, etwa die Neuausrichtung des Sportareals oder die Gestaltung des Kirchplatzes, erfährt man kaum Details zur Entscheidungsfindung – etwa wer eingebunden war oder um welche Argumente es ging.

Im Sommer 2019 flattert ein Postwurf in die Wattener Haushalte. Er kündet vom „neuen öffentlichen Wohnzimmer“, von der Begegnungszone am Kirchplatz. Zu diesem Zeitpunkt steht das Projekt schon in so gut wie allen Details fest. Von den Abwägungsprozessen und Argumenten, die zu dieser Entscheidung des Gemeinderates geführt haben, finden nur wenige ihren Weg in die Öffentlichkeit. Und so muss die Bevölkerung im Nachhinein mit großer Energie von den Vorzügen des neuen Platzes überzeugt werden. Wiederholt sehen sich viele vor vollendete Tatsachen gestellt.

Manchmal ist der Sack noch nicht zu – und ein Gemeindeprojekt erst im Werden. In dieser Phase werden ab und an Fragen gestellt, die auch für andere Bürgerinnen und Bürger von Interesse sind. Es wäre konsequent, die Fragen öffentlich zu beantworten. Das passiert aber allzu selten.

Immer wieder kommt es vor, dass Menschen sich zum Stand eines Gemeindevorhabens erkundigen. Sie schreiben eine Mail an den Gemeinderat oder nutzen die Bürgermeldungen (eine digitale Plattform für die Kommunikation zwischen Verwaltung und Bevölkerung). Ausführliche Informationen zu laufenden Projekten bleiben in der Regel aus. Dabei könnte auch die gähnende Leere auf der Gemeinde-Webseite gut mit Wissenswertem gefüllt werden.

Mit mehr Transparenz würden sich viele Nachfragen erübrigen. Warum legt die Gemeindeführung nicht mehr Wert auf öffentliche Information?

Demokratie zwischen Wählen, Mitmachen und Entscheiden

Manchmal bleibt als letzter Ausweg nur eine Petition. Sie ist ein Instrument unserer demokratischen Ordnung. In Wattens stößt dieses Instrument an seine Grenzen.

Das zeigte sich etwa im Jahr 2019, als es um die Neugestaltung des Sportgeländes ging. Im Jahr zuvor hatte die Gemeindeführung öffentlich betont, dass sie eine „bestmögliche Entscheidung für alle Beteiligten“ anstrebe. Für die Sportgemeinschaft war das, was dabei herauskam, keine gute Sache: Sie sah sich mit einer neuen Leichtathletik-Anlage konfrontiert, die zwar viel Geld kosten, aber nur eingeschränkt nutzbar sein würde. Einer der Kritikpunkte war, dass besonders durch den Wegfall der 400-Meter-Laufbahn keine Leichtathletik-Bewerbe mehr möglich sind. In der Gemeindestube stieß der ehrenamtliche Verein auf wenig Gehör. So startete er eine öffentliche Petition zum Erhalt der Leichtathletik-Anlage. Sie wurde von 240 Menschen unterschrieben. Trotz dieser beachtlichen Zahl kam keine inhaltliche Reaktion der Politik. Stattdessen äußerten Mitglieder des Gemeinderates ihren persönlichen Unmut über das Abhalten einer solchen Petition.

In unserer komplexen Welt gibt es nicht mehr die eine kleine Gruppe, die die Lösung hat. Ist es noch zeitgemäß, wenn die Mitglieder einer Gemeindeführung die alleinige Rolle sowohl der Entscheidungs-finder als auch der Entscheidungs-träger haben? Oder braucht es heute nicht die Leistung von Vielen, um zu einem guten Interessenausgleich zu kommen? Bürgerinnen und Bürger zu beteiligen heißt, den Denkraum zu weiten. Es kann dazu führen, blinde Flecken zu erkennen, bessere Lösungen zu erreichen. Wenn sich Politik und Bevölkerung annähern, profitieren beide Seiten.

Alte Muster, neue Wege: Warum wir nicht aufgeben

Wir sind bereit, an einem modernen Demokratieverständnis mitzuarbeiten. Dafür braucht es einen größeren Raum, den es in Wattens noch nicht gibt. Und so sehen wir unsere Aufgabe weiterhin darin, andere Sichtweisen einzubringen.

In Wattens stecken die Herangehensweisen zur Entscheidungsfindung in alten Strukturen fest, die vor Jahrzehnten vielleicht noch ihre Berechtigung hatten. Vorhaben werden hinter verschlossenen Türen auf den Weg gebracht und im Gemeinderat häufig einstimmig durchgewinkt. Der Bevölkerung werden sie als gute Entscheidungen für alle präsentiert. Folgt Kritik, wird diese oft ignoriert und ausgesessen.

Für immer mehr Menschen ist ein Kreuzchen auf dem Wahlzettel oder ein unverbindlicher Austausch zu wenig. Eine moderne politische Praxis bindet das Erfahrungswissen und die vielfältigen Interessen der Bürgerinnen und Bürger stärker ein. Das Vertrauen in die Politik und in die demokratischen Institutionen könnte gestärkt werden. Lassen sich EntscheidungsträgerInnen hingegen mehr von ihren eigenen Vorstellungen leiten, bleibt kein Platz zum Mitgestalten. Ein Ja oder Nein zu BürgerInnenbeteiligung ist nicht von der Finanzkraft der Kommune abhängig, sondern allein vom politischen Willen.

In unserer Zeit, in der alle Ressourcen knapper werden, brauchen wir neue Herangehensweisen, auch im Gemeinwesen. Ein breiterer Interessenausgleich wird notwendig sein. Können wir uns dazu als Gesellschaft besser organisieren? Können wir uns im Vertrauen ergänzen und uns um Vielfalt bemühen? Wie kommen wir dorthin? Und sind wir überhaupt bereit dazu?

Lydia Steiner und Alexander Erler

„Bürgerbeteiligung kann man lustvoll üben“

Immer öfter ist von Bürgerbeteiligung die Rede. Aber was heißt das überhaupt? Das haben wir auch Bertram Meusburger gefragt. Er ist Mitarbeiter im Büro für freiwilliges Engagement und Beteiligung in Vorarlberg und hat über zwanzig Jahre Erfahrung auf diesem Gebiet. Am 18. September hielt er einen Vortrag im Jakob-Gapp-Haus.

„Die Zukunft der Beteiligung“ nennt Meusburger seine Präsentation. Doch anstatt für Bürgerbeteiligung zu begeistern, stellt er gleich zu Beginn klar: „Es ist mühselig, langwierig, anspruchsvoll. Das kann man nicht einfach aus dem Ärmel schütteln.“ Beteiligung sei auch weniger eine Frage des Könnens oder der Ressourcen oder der Einbindung von Experten. Sondern eine des Wollens. Daher sei am ehrlichsten, als erstes diese einfache Frage zu beantworten: „Will man es oder will man es nicht?“

Bürgerbeteiligung dürfe auch nicht mit Vereinsarbeit vermischt werden, betont Meusburger. „Das Engagement von Vereinen ist sehr wichtig, um Menschen in ihren Interessen abzuholen. Bei Bürgerbeteiligung geht es aber darum, Menschen in Entscheidungsfindungen einzubinden. Das ist also auch eine Machtfrage.“

Doch wozu überhaupt BürgerInnen einbinden? Schließlich gebe es ja eine gewählte Gemeindevertretung. „Unsere Ansprüche, Lebensstile und Vorstellungen gehen immer weiter auseinander“, so Meusburger. „Darum müssen wir Möglichkeiten finden, damit diese Spaltung nicht zu groß wird.“ Die Herausforderung sei daher, kontroverse Positionen und Interessen zusammenzubringen. Dafür brauche es die richtigen Voraussetzungen: „Wenn wir wollen, dass Menschen mittun, wenn sie Teil der Weiterentwicklung unserer Gesellschaft und unseres Dorfes sein sollen, dann müssen wir sie einladen, abholen und befähigen. Als Politiker, als Gemeinde, als Verantwortliche müssen wir den geeigneten Rahmen schaffen“. Braucht es dazu ein neues politisches System? Nein, meint Meusburger, sondern ein gutes Zusammenspiel aus repräsentativer, direkter und partizipativer Demokratie.

Die drei Stufen von Beteiligung

Bürgerbeteiligung ist im Wesentlichen auf drei Stufen aufgebaut: „Information“ auf der untersten Stufe, in der Mitte „Konsultation“, ganz oben „Mitbestimmung“. Das Mindestmaß sei, dass die Gemeindevertretung Information bereitstellt. Etwa über das Anschlagen von Protokollen oder durch Postwurfsendungen. Auf der zweiten Stufe, der Konsultation, bittet die Politik die Menschen um Rat zu bestimmten Themen, etwa durch eine Befragung oder im Rahmen einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung. Mitbestimmung als höchste Stufe heißt, BürgerInnen in Entscheidungsprozesse einzubinden. Für Meusburger ist Bürgerbeteiligung letztlich alternativlos, wenn es um Akzeptanz und eine gemeinsame Umsetzung geht: „Sie kann einen wirklich tollen Beitrag leisten, damit eine Entscheidung ganzheitlicher, umfassender und langfristiger gedacht wird.“

Aber was tun mit all den gegensätzlichen Meinungen? Etwa wenn eine Straße neu gestaltet werden soll und sich die einen ein Straßencafé wünschen, die anderen aber Parkplätze? Bertram Meusburger, der als ehemaliges Mitglied einer Gemeindevertretung um die politischen Mühen nur allzu gut Bescheid weiß, rät zu Dialog und Verständnis: „Wenn ich die ganzen unterschiedlichen Standpunkte nicht höre und vor allem nicht verstehe, was dahintersteckt, werde ich meine Entscheidung nur oberflächlich oder von meiner persönlichen Sichtweise her fällen.“

Zugleich warnt er vor voreiligen Entscheidungen. Als es vor fünfzehn Jahren im Großen Walsertal darum ging, einen Biosphärenpark ins Leben zu rufen, waren Widerstände fast schon vorprogrammiert. Darum nahmen sich die Verantwortlichen ganze zwei Jahre Zeit, um das Projekt gemeinsam mit den BürgerInnen vorzubereiten. Meusburger erinnert sich: „Erst da ist das Verständnis gewachsen, was so ein Biosphärenpark überhaupt sein kann. Nachher waren sehr viele Leute ziemlich scharf darauf, auch wirklich etwas umzusetzen.“ So etwa wurden Gemüsekisten gegründet, ein Qualitätssiegel für Gasthäuser entstand und Schulbildungsprogramme wurden entwickelt.

Bürgerbeteiligungsprozesse dauern in der Regel länger als herkömmliche Entscheidungen. Und sie kosten Geld. Langfristig, gibt Meusburger zu bedenken, seien sie aber billiger, weil dadurch Widerstand sinke und Akzeptanz gefördert werde. Entscheidend sei, wie Beteiligung gemacht wird. Ein Patentrezept gibt es nicht.

Die Öffentlichkeit ins Spiel bringen

Politik, Wirtschaft und Experten würden Dinge häufig untereinander ausmachen, die Öffentlichkeit bleibe außen vor. Um sie stärker einzubinden, brauche es einen Paradigmenwechsel. Meusburger erklärt, wie das ausschauen könnte. „Politiker stehen nicht mehr an der Spitze der Pyramide, sozusagen als Befehlsausgeber an die Bürgerinnen und Bürger. Stattdessen öffnen sie einen Raum, bringen Menschen zusammen, entwickeln Methoden. In diesem Modell haben Politiker die Rolle der guten Gastgeber.“ Letztlich bleibe es ein Zusammenspiel aus top down- und bottom up-Elementen, die eine gute Politik ausmachen. Das dürfe aber nicht mit Willkür verwechselt werden.

Um einen guten Rahmen für Beteiligung zu schaffen, setzt das Büro für freiwilliges Engagement und Beteiligung seit Jahren auf die Methode „Art of Hosting“ – die Kunst, gute Gespräche zu führen. Perfektion sei hier fehl am Platz, spricht Meusburger aus langjähriger Erfahrung: „Es kommt nicht so sehr drauf an, dass man Bürgerbeteiligung zuerst in- und auswendig lernt. Sondern dass man relativ schnell beginnt und übt, übt, übt. Wir müssen Orte schaffen,“ so Meusburgers Hauptbotschaft, „wo wir Bürgerbeteiligung lustvoll und regelmäßig lernen und üben können.“

Vorarlberg ist heute ein Vorreiter in Sachen Bürgerbeteiligung. Dorthin kam das Land auch durch das Beteiligungsprojekt „Bürgerrat“. Bis zu fünfzehn Menschen werden per Zufall aus dem Melderegister ausgewählt. Begleitet von einem professionellen Moderationsteam, arbeiten sie zwei Tage lang an einem vorgegebenen Thema. Die Ergebnisse werden zunächst in einem Bürgercafé der Bevölkerung vorgestellt und nachher vor Politik und Experten präsentiert. Dann ist die Politik in der Pflicht, erklärt Meusburger: „Sie müssen die Ergebnisse nicht umsetzen, aber sie müssen den Bürgern einen Brief schreiben, was aus den Vorschlägen geworden ist. Das ist eine sehr gute Feedbackschleife.“

Geht es um Bürgerbeteiligung, sagt Bertram Meusburger am Ende des Abends, „dann geht es um eine Kulturveränderung. Mit welchem Selbstverständnis stehen wir morgens auf und laufen durch die Gemeinde? Fühlen wir uns verantwortlich für das, was hier passiert? Wollen wir uns mit den Machtfragen wirklich auseinandersetzen? Werden wir aber auch dazu befähigt, uns einzumischen? So etwas passiert nicht von heute auf morgen.“ Genau das sei der Punkt: Mit Bürgerbeteiligung beginnt erst die Arbeit. „Und damit dabei der Atem nicht ausgeht, muss man Beteiligung von Anfang an lustvoll gestalten. Das heißt, man hat eine Gaudi miteinander, man experimentiert, man lernt, man probiert immer wieder neue Formen aus, Man spürt, dass es Wirkung hat.“

Bertram Meusburger arbeitet im Büro für freiwilliges Engagement und Beteiligung in Vorarlberg, einer Präsidialabteilung, die direkt dem Landeshauptmann zugeordnet ist. Meusburger hat über 20 Jahre Erfahrung in Bürgerbeteiligung, war Mitglied einer Gemeindevertretung und liebt es, sein altes Boot herzurichten – mehr als darauf zu segeln.

Rückblick: Picknick im Park

Am 31. Juli luden wir zum öffentlichen Picknick im Park am Kirchfeld. Im Schatten der Bäume entwickelten sich viele gute Gespräche: über unseren Offenen Brief, Stimmungen und Persönliches. In der Wiese lag eine lange Plakatrolle, auf der sich so einige Gedanken sammelten:

Oben die geschriebenen und gezeichneten Ausschnitte der Plakatrolle, unten die Inhalte in Listenform:

Unser Wattens ist

  • ein Stück Heimat für mich und meine Familie
  • Bäume
  • der Platz, mit dem man behutsam umgehen muss

Unser Wattens hat

  • Transparenz
  • Schwimmbad
  • Tolle Plätze zum Spielen
  • Häuser
  • sehr gute Schulen
  • Orangerie

Unser Wattens kann

  • gute Ideen vertragen
  • Leute motivieren mitzugestalten & Verantwortung zu übernehmen
  • Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht
  • informieren & kommunizieren & beteiligen
  • weniger Verkehr im Zentrum haben
  • eine öffentliche Laufbahn oder eine Turnhalle im Freien haben
  • viel für unsere Kinder tun
  • Zebrastreifen vor der Volksschule Höralt, Sicherheit für unsere Kinder

Unser Wattens wird

  • hoffentlich mehr Radwege bekommen!
  • eine Fußgängerzone haben (rollertauglich)
  • mehr Bäume haben
  • bunter
  • schöner
  • bessere Sportanlagen für die Allgemeinheit bauen
  • offener
  • Lernen in der Morgensonne
  • Achtsamkeit üben
  • neue Spielplätze und Parke haben
  • mehr Mietwohnungen haben (für Celine)!
  • hoffentlich immer öffentliche Plätze haben
  • grüner
  • für mich immer ein guter Platz sein!
  • einladender
  • Barfußweg, Kneippmöglichkeit, Weidenlabyrinth
  • eine Parkfläche als naturnahen Raum nutzen wie Verweilplätze für Lernen, Wahrnehmen

Wir machen weiter

Ermuntert durch die jüngste Medienberichterstattung, melden wir uns gerne erneut zu Wort.

Die Spruchbänder, die im Mai einige Tage lang am nördlichen Zaun der Sportanlage angebracht waren, sorgen für Kritik. Fakt ist: Sie waren eine Protestaktion und dürfen gerne als solche verstanden werden. Dieser Aktion folgte am 30. Mai ein offener Brief. Darin erläutern wir ausführlich, was für uns am Vorgehen der Gemeinde unverständlich ist. Wir erwarten eine breite inhaltliche Debatte über unsere vier zentralen Anliegen:

Beteiligung
Viele Menschen in Wattens wünschen sich deutlich mehr Information, Austausch und Zusammenarbeit bei Gemeindeprojekten.

Gemeinwohl
Öffentliche Räume sind soziale Räume und sollten möglichst vielen Interessen dienen.

Demokratie
Zusammenleben verändert sich. Die Art und Weise politischer Entscheidungsfindungen sollte sich mitentwickeln.

Umwelt
Wir wollen das Bewusstsein für die Lebensgrundlage Natur in den Mittelpunkt rücken.

Eine umfassende Reaktion auf diese Punkte ist bislang ausgeblieben. Nachdem betont wird, dass die Gemeinde kritikfähig sei und alle Türen offen stehen, nehmen wir dieses Angebot erneut an. Auch wir befürworten offene Kommunikation.

Wir interessieren uns für deine Meinung: Was denkst du? Schreib uns an austausch@wattenswandeln.at. Wir respektieren deine Anonymität.

Wattens, wohin gehst du?

Im Zuge der Umbaumaßnahmen für das neue Trainingsgelände der WSG Tirol wurden am 20. Mai 2020 sämtliche Bäume auf der Wattner Sportanlage gerodet. Nur ein paar Bäume? Die Probleme wurzeln tiefer. Öffentlicher Raum geht verloren, Gemeinwohl ist gefährdet. Bürgerinnen und Bürger werden mangelhaft informiert und nicht beteiligt.

Dieser Text ist eine Kritik an grundsätzlichen Herangehensweisen. Er wird von Auszügen der Vision Wattens begleitet. Diese beschreibt in überlegten Worten, wie eine zeitgemäße Ortsentwicklung aussehen könnte. Die Gemeindeführung scheint übersehen zu haben, welche Aufgaben sie sich damit auferlegt hat.

Umwelt unter Druck

„Neue Projekte in Wattens erfordern einen sensiblen Umgang mit der Umwelt.“

Vision Wattens

Am Morgen des 20. Mai fuhren die Bagger auf. Noch vor dem Zwölferläuten war der gesamte, 34-jährige Baumbestand des Wattner Sportgeländes dem Erdboden gleichgemacht.

Das Krachen der achtzehn gesunden Bäume (nicht zehn, wie berichtet) trieb die Anwohnerschaft auf die Straßen und Balkone. Tränen flossen, Entsetzen machte sich breit. Die Tiroler Tageszeitung wurde eingeschaltet (TT online vom 22. Mai 2020, Druckausgabe vom 23. Mai). Auf Nachfrage bedauern die Zuständigen zwar die Rodung. Doch anders sei das Projekt nicht zu verwirklichen.

Es ist schön, dass es in Wattens am Beispiel des Parks am Kirchfeld möglich ist, Grünflachen zu erhalten und neu zu gestalten. Warum ist das am Sportplatz nicht gelungen?

Über den Zaun geschaut

Haben sich die Planenden gefragt, welchen Wert die Bäume für die Anrainerinnen und Anrainer darstellten? Hatten sie im Blick, dass diese Schattenspender in zunehmenden Hitzesommern unverzichtbar werden?

Die Bedeutung von Bäumen kann auch in nackten Zahlen ausgedrückt werden: Laut einer Berechnung des deutschen Fachmagazins Taspo Baumzeitung müsste die Volkswirtschaft pro Jahr durchschnittlich 660 Euro aufbringen, um die Leistung eines einzigen Baumes zu kompensieren. Demnach wurden am Wattner Sportareal mit der Beseitigung der achtzehn Bäume an einem einzigen Vormittag ein volkswirtschaftlicher Wert in sechsstelliger Höhe vernichtet.

Auch abseits von ökonomischen Betrachtungen haben Bäume und Pflanzen eine große Bedeutung: für unsere Gesundheit, unsere Umwelt und das Klima. Sie sind Staubfilter, Lärm- und Sichtschutz, Kühlinsel und Lebensraum – und zwar genau dort, wo sie stehen.

Vielleicht werden nach dem Umbau neue Bäume gepflanzt. Sie würden 34 Jahre brauchen, um die Größe des kürzlich gefällten Bestandes zu erreichen. Ob und wie viel Gehölz überhaupt kommt, wissen wir nicht. Denn die Bevölkerung wird unzureichend informiert.

Verkehrte Vision: Information und Partizipation gesucht

„Der Rückhalt der Vision Wattens durch die Gesellschaft ist der wesentliche Faktor dieses Projekts. Aus diesem Grund werden die Menschen in Wattens und deren Bedürfnisse und Ideen aktiv in den Prozess miteinbezogen. Transparenz und eine offene Kommunikation unter der Bevölkerung sind wesentlich.“

Vision Wattens

Der Umbau der Sportanlage ist nicht das erste Bauprojekt der Gemeinde, bei dem die Bevölkerung weitgehend im Dunkeln gelassen wird. Durch mangelnde Transparenz und Kommunikation wird Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit verwehrt, sich in kommunalen Vorhaben wiederzufinden.

Als am 20. Mai die Bäume fielen, hatte niemand darüber Bescheid gewusst. Welche weiteren Auswirkungen der Umbau auf die Anwohnerschaft und welche Folgen die Verpachtung des Geländes an die WSG Tirol für die Bevölkerung haben wird, ist ebenso unklar. Kein Postwurf, keine Infoveranstaltung. Selbst die persönliche Nachfrage bei Gemeinderäten hat wenig Aufschluss gebracht.

Keine Information – keine Mitsprache

Wo bleibt eine tiefgreifende Beschäftigung mit Partizipation? Wo war sie beim Umbau der Sportanlage? Wäre das Anliegen von Anfang an breit und transparent kommuniziert worden, hätten Bedenken schon früh ausgeräumt werden können.

Die Zuständigen hätten die Bevölkerung in ihre Überlegungen einbinden können. Hätten sie aktiv zugehört, wären sie mit einem vielfältigen Stimmungsbild beschenkt worden, hätten Einwände und Anregungen kennengelernt, eventuelle tote Winkel beheben können. Vielleicht wäre die Frage nach dem Fortbestand der Bäume aufgekommen. Den Planenden wäre aufgefallen, dass diese vielen wichtig sind. Sie hätten die Möglichkeit gehabt, anders, besser zu reagieren.

Deshalb bringen wir unser Anliegen erneut vor. In Wattens wird der Ruf nach einem offenen Dialog immer lauter. Viele, uns eingeschlossen, sind bereit, sich konstruktiv einzubringen. Gemeinwohl braucht Austausch und Zusammenarbeit.

Gemeinwohl in Gefahr

„In Zeiten vielfältiger Veränderungen und Herausforderungen ist es die Aufgabe einer zukunftsorientierten Gesellschaft, sich den Themen der Zukunft bewusst zu werden, darauf zu reagieren und so eine nachhaltige Regionalentwicklung einzuleiten.“

Vision Wattens

Wir begrüßen den Aufstieg der WSG Tirol in die Bundesliga und verstehen, dass das Sportareal für diese neue Situation adaptiert werden muss. Dass hier laut den Gemeindeverantwortlichen „viel Wertvolles für das Gemeinwohl“ entstehe (TT online vom 22. Mai 2020), unter anderem durch die WSG-Nachwuchsarbeit, darf zumindest in Zweifel gezogen werden.

Leistungsorientierte Selektion

Das neue Sportareal ist auf Leistungssport ausgerichtet, unterstrichen durch die Ausbildungsphilosophie der WSG. In einem Brief vom 30. Mai 2018 informierte der Verein seine Nachwuchsmannschaften über die anstehenden Änderungen: Deren sportliches Niveau solle etwa durch „leistungsorientierte Selektion“ erhöht werden. Kinder, bei denen die „Leistungsvoraussetzungen nicht in genügendem Maß gegeben sind“, werde ein „Verbleib bei der WSG nicht mehr möglich sein“. Der Verein weist in diesem Zusammenhang auf „Partnervereine in der Region“ hin, „wo die Kinder weiterhin aktiv sein können“.

Eine solche Praxis ist legitim und weit verbreitet. Aber worin genau sieht die Gemeinde hier den großen Wert für das Gemeinwohl, also das Wohl, das „aus sozialen Gründen möglichst vielen Mitgliedern eines Gemeinwesens zugute kommen soll“ (Wikipedia)? Und wie lässt sich die zumindest zehnjährige Verpachtung einer ehemals öffentlichen Sportanlage an einen privaten Verein damit vereinbaren?

Hobbygruppen werden sich vermutlich unter Voranmeldung und Berücksichtigung der WSG-Trainingspläne einschränken müssen. Basketball und Volleyball finden – laut den bislang veröffentlichten Plänen – gar keinen Platz mehr.

Verlust von sozialem Raum

Das Sportgelände war über Jahrzehnte ein beliebter sozialer Raum. Menschen aus Wattens und den Nachbargemeinden kamen hier zusammen, unabhängig von ihren Interessen, ihren finanziellen Verhältnissen und ihrem fußballerischen Geschick. Sie schätzten diesen Treffpunkt, saßen im Schatten der Bäume, genossen ihre Freizeit.

Diese Zeit ist vorbei. Studiert man den Plan der neuen Anlage (R19 vom Mai 2020), stellt sich die Frage, wo hier Bürgerinnen und Bürger noch qualitätsvoll und leistungsfrei Zeit verbringen können.

Rückschritt für die Leichtathletik

Auch am neuen Sportareal wird für Gemeinwohl gesorgt, aber nur mehr untergeordnet. Die Leichtathletik-Anlage soll „topmodern“ wiedererrichtet werden, etwa für den Behindertensport (TT online vom 22. Mai 2020). Die Expertise der Sportgemeinschaft Wattens, die hier jahrzehntelange Inklusionsarbeit durch gemeinsamen Sport von Menschen mit und ohne Behinderung betrieben hat, wurde jedoch ignoriert. Selbst ihre Petition zum Erhalt der Leichtathletik-Anlage, die im Sommer 2019 von über 450 Personen unterzeichnet wurde, blieb ungehört. Die Planenden nehmen offenbar in Kauf, dass die neue Anlage nicht mehr wettkampftauglich sein wird. Damit geht die überregionale Bedeutung dieses Ortes für Inklusion und Leichtathletik verloren.

Demokratie reparieren

So stoßen die oft und gerne betonten, einstimmigen Beschlüsse des Gemeinderates an ihre Grenzen. Es ist eine große Herausforderung, in einer zunehmend komplexen Gesellschaft als 20-köpfiges Gremium umsichtige Entscheidungen für das Gemeinwesen zu treffen. Dies zeigt sich am Beispiel der Umgestaltung der Wattner Sportanlage.

Aber: Das Gremium könnte die Meinungen, das Wissen und die Kreativität der Bevölkerung und besonders derer, die von geplanten Maßnahmen direkt betroffen sind, im Vorfeld einholen, Entscheidungsprozesse verbreitern und Bürgerinnen und Bürger zu Beteiligten machen. Um dorthin zu kommen, braucht es eine unvoreingenommene und ständige Auseinandersetzung mit modernen Formen von Demokratie, bei denen Lösungen nicht von einigen wenigen verkauft und umgesetzt, sondern von vielen gemeinsam erarbeitet werden.

Es ist Zeit, über bessere Formen von Demokratie nachzudenken, in denen politisches Handeln und Zukunftsfähigkeit Hand in Hand gehen. Wir sind überzeugt: Ernsthafte Partizipation und moderne Demokratie sind auch in Wattens möglich. Machen wir uns auf den Weg für diesen neuen Dialog. Für uns alle, für das Heute und die Zukunft unserer und der folgenden Generationen.

Keine Teilnahme, keine Vision

Fast warnend wird in der Vision Wattens daran erinnert, wie keine Vision zustande kommt:

„Kurzsichtigkeit anstelle von Weitblick, Einzelinteressen anstelle von Gemeinwohl, technologische Innovationen ohne Förderung von gesellschaftlichen Lernprozessen, kein Ausgleich zwischen ökonomischen, ökologischen und sozialen Interessen, keine bürgerschaftliche Teilnahme, keine Vision.“

Vision Wattens

Im Namen von vielen: Ulrike Mariacher, Jasmin Reinalter, Monika Steinlechner, Linda Kutter, Lukas Öfner, Judith Erler, Reinhard Egger, Alexander Erler, Christof Haas, Nadja Geisler, Bianca Klausner, Lydia Steiner, Valentina Daxl

Schreib uns: austausch@wattenswandeln.at

Langversion

Hier gibt’s den offenen Brief als Langversion mit zusätzlichen Passagen.